Ehemalige Heeresmunitionsanstalt St. Georgen
Innerstädtische Sanierung von Privatgrundstücken im Stadtgebiet Traunreut
Im heutigen Stadtgebiet von Traunreut befand sich im Zeitraum von 1939 bis 1945 die Heeresmunitionsanstalt (HMA) St. Georgen. Nach 1945 übernahmen die amerikanischen Streitkräfte die HMA und nutzen diese zur Demilitarisierung und Vernichtung von konventioneller Munition und chemischen Kampfstoffen. Anschließend wurde hierauf die Stadt Traunreut gebaut. Aufgrund des bestehenden Verdachts auf Kampfmittel/Munition wurden für das Gesamtgelände in den Jahren 2000 bis 2009 umfassenden historische Recherchen und Bodenuntersuchungen durchgeführt. Daraus ergab sich unter anderem ein Sanierungserfordernis für 32 Privatgrundstücke. Ursächlich hierfür waren Kontaminationen des Bodens mit PAK und Arsen aus Verbrennungsresten und Bunkerisolierungen.
Im Auftrag des Landratsamtes Traunstein wurde im Zeitraum Oktober 2009 bis April 2010 auf diesen Grundstücken ein Bodenaustausch vorgenommen. Hierzu wurden zunächst die Außenanlagen der einzelnen Grundstücke rückgebaut. Danach wurden die einzelnen Sanierungsbereiche als Schwarz-Bereiche ausgewiesen und mit entsprechenden Arbeitsschutzeinrichtungen versehen. Der Boden wurde ausgehoben, direkt verladen und auf einem externen Zwischenlager zur Deklaration aufgemietet und abschließend entsprechend der Einstufung entsorgt. Nach Rückverfüllung eines Grundstücks wurden die Baugeräte abtransportiert, im Bereich des Waschplatzes auf einer zentralen Baustelleneinrichtungsfläche gereinigt und zur nächsten Sanierungsfläche transportiert. Die Sanierungsmaßnahme fand unter gutachterlicher und kampfmitteltechnischer Begleitung statt. Die Grundstücke wurden bis zur Grenztiefe für die Gefahrenpfade Boden-Mensch und Boden-Nutzpflanze nach Bundesbodenschutzgesetz, d. h. 60cm tief, ausgekoffert. Einzelne Hot-Spots wurden mittels kleinräumigen Verbaumaßnahmen bis zu 3 m tief austauscht.
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